Ellerbek hebt den Vorhang: Eine Oper erzählt Dorfgeschichte neu
Solch eine Opernpremiere ist sicher ein ungewöhnliches Kultureignis: Am 9. und 10. Mai verwandelt sich die Kleine Turnhalle in Ellerbek in ein Opernhaus. Mit „Up Ewig Ungedeelt“ bringt der Komponist Freddi Sturm gemeinsam mit dem Hardchor seine erste Oper zur Uraufführung – begleitet von einem eigens zusammengestellten Live-Orchester und mit Schauspieler Florian Lukas als Erzähler.
"Up Ewig Ungedeelt" erzählt ein Kapitel regionaler Geschichte. Es geht um die Binnenflucht nach dem Zweiten Weltkrieg und die damit einhergehenden Veränderungen im Dorfleben. Eine Thematik, die sich mit Migration und Integration in unserer Zeit wiederholt – etwa als vor wenigen Jahren eine syrische Flüchtlingsfamilie in einem Haus im Ort untergebracht wurde und es sehr viele Vorbehalte dagegen gab. Für Freddi Sturm war dies der Anlass, das Thema Zuwanderung und Fremdenfeindlichkeit in einer Oper zu verarbeiten.
Die Oper erzählt, wie neue Bewohner auf gewachsene Strukturen treffen – und plötzlich liebgewonnene Traditionen im Dorf ins Wanken geraten. Vor dem Hintergrund eines traditionsreichen Boßelwettstreits entfaltet sich eine Geschichte über Zusammenhalt, Konkurrenz und die Frage, wie viel Veränderung ein Dorf verträgt.
Was zunächst nach schwerer Kost klingt, wird überraschend leicht erzählt: humorvoll, musikalisch vielschichtig und mit einem feinen Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken. Der Hardchor, einst als lockere Männergruppe gestartet, zeigt dabei eindrucksvoll, wie aus Gemeinschaft künstlerische Kraft entstehen kann. Mehr Information: www.hardchor-ellerbek.com
Und wer noch mehr lesen möchte:
Im Lokalmagazin „DorfGeflüster" spricht Freddi Sturm im Interview über die Hintergründe zu seiner ersten Oper mit dem Hardchor Ellerbek.